Die Geschichte des Palastes

In ihrer Blütezeit war Kurozwęki eine kleine Stadt von einiger Bedeutung. Sie wurde im Jahre 1246 erstmals als ein Dorf erwähnt, das im Besitz des Herzogtums von Krakau war. Zu dieser Zeit erscheint ein gewisser Graf von Kurozwansch zum ersten Mal in einem Dokument, das von Bolesław dem Keuschen, Herzog von Sandomierz (Sandomir) und Krakau ausgestellt wurde. Zu der Zeit gehörte das Dorf zu dem Lehngut der Familie Poraj, die von Böhmen stammte und später mit St. Wojciech (auch bekannt als St. Adalbert) - dem zukünftigen Märtyrer und heiliger Schutzpatron Polens - nach Polen kam. Aufgrund ihrer loyalen Unterstützung des Königs Wladyslaw Ellenlang und seiner Nachfolger Casimir der Große und Louis I, wuchs die Bedeutung der Kurozwęki-Seite der Familie Poraj stetig an. Auf der Höhe ihres Einflusses in den 1380igern wurde Dobiesław von Kurozwęki Kanzler von Krakau (Kraków), während sein Sohn Zawiska - Bischof von Krakau und Kanzler von Polen - ein Triumvirat führte, das das Königreich regierte. Währenddessen beschäftigte sich Louis I (ebenfalls König von Ungarn und Kroatien) damit, seine anderen Besitztümer zu regieren. Auch wenn Zawisza von Kurozwęki für seinen verschwenderischen Lebenswandel wohl bekannt war, verdient er es dennoch, sich auch an ihn als Gründer der Kapelle der Heiligen Maria zu erinnern, die bis heute Teil von Wawel ist, Krakaus königlichem Schloss. Der wachsende Einfluss und Wohlstand der Kurozwęki-Poraj Familie (mehr und mehr bekannt als Kurozwęcki Familie) erlaubte den folgenden Generationen ihre Besitztümer zu erweitern und zu festigen. In dieser Periode (2. Hälfte des 14. Jahrhunderts) wurde ein ovales Kastell oder Festung aus Stein gebaut. Wahrscheinlich diente diese Festung dazu, um ein kleineres Fort aus Holzgebäuden zu ersetzen, das sich auf einem zur der Zeit kleinen Hügel befand und die ausgedehnte Weite des Sumpflandes im Becken des Czarna-Flusses überblickte, und so der Festung eine gute Verteidigungsposition bot. Möglicherweise wurde die Festung durch die Burgtore an der Südseite betreten, über denen ein quadratischer Turm mit 4 Etagen ragte, der Quartiere bot, einen Beobachtungsposten und einen Getreidespeicher. Dann kam man in den mit Steinplatten gepflasterten Burghof, der von einigen Holzgebäuden umringt war. Beschrieben als "Castrum Curozwank"(Kastell Kuroszwank), wurde die Festung selbst im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Die Konstruktion der Steinfestung ist wohl Dobiesław von Kurozweki zu verdanken (um 1397 auch bekannt als Dobiesław von Chodów), und/oder seinem Sohn, ebenfalls Dobiesław, dem ersten Poraj mit dem Titel 'von Kurozwanky' . Im Laufe des 15. Jahrhunderts unterzog sich die Festung zahlreichen Neuentwicklungen, die dazu gedacht waren die mittelalterliche Verteidigungsstruktur in eine komfortable Residenz umzuwandeln, um so den Einfluss und Wohlstand der Familie zu reflektieren. Die Holzgebäude im Burghof wurden nach und nach neu gebaut und durch geräumige Stein- und Backstein Quartiere ersetzt, wobei die Integrität der Verteidigungswälle der Festung aufrechterhalten wurde. Diese massiven gewölbten Wälle des 14. Jahrhunderts wurden nie vollständig zerstört und sind noch heute in Teilen des Palastschlosses als Fundament späterer Konstruktionen sichtbar. Die Letzten des Familienzweiges der Kurozwęcki - Mikołaj Lubelczyk und sein Sohn Hieronim - beendeten schließlich den Umbau der Holzbauten in Steinbauten. Nach seinem Tod um 1520 heiratete eine der Töchter Hieronims einen ortsansässigen Adligen, Jan Lanckoroński, und brachte Kurozwęki als Mitgift in die Ehe. Fortan war Kurozwęki die Heimat der Familie Lanckoroński. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts blieb die Festung unverändert, dann wurde ein Teil des nordwestlichen Verteidigungswalles zerstört und wurde durch ein 3-Etagen Eckgebäude ersetzt, so dass die Familie in einem komfortablen und eleganten Wohnflügel leben konnte. In dieser Ära wurde auch ein rechteckiges Torhaus an der Südseite der damaligen Festung gebaut (wo sich heute die Gebäudefront befindet). In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts konvertierte Krzysztof Lanckońcki zum Calvinismus und ordnete an, die protestantische Botschaft in die örtliche Bevölkerung zu verbreiten. Er vertrieb die Ordensgemeinschaft der Augustinermönche (1487 nach Kurozwęki gebracht) und entzog der Kirche ihre Ornamente. Er wurde ein Kirchenältester der Calvinisten Kirche und ein Verfechter der religiösen Freiheit in der polnisch-litauischen Gemeinschaft. Krzysztofs Sohn, Zbigniew, konvertierte zurück zum Katholizismus und versuchte die Aktionen seines Vaters rückgängig zu machen. Er bat die Augustinermönche nach Kurozwęki zurückzukommen, ließ die örtliche Kirche erneut weihen und verlagerte die Palastkapelle an ihre gegenwärtige Stelle in den östlichen Flügel des Palastschlosses. Im 17. Jahrhundert wurde das Palastschloss erneut rekonstruiert, wobei die Ansammlung der unterschiedlichen Gebäude in den West- und Ostflügeln verschmolzen wurden und um den heutigen Burghof herum zu sehen sind. Die zweigeschossigen Kreuzgangbögen, die die südlichen, westlichen und nördlichen Seiten des nun Schlosshofes einfassen, wurden gegen Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde die Ebene des Erdgeschosses um ungefähr 1,5 Meter angehoben, weil das Grundwasser anstiegen war. Daraus folgte, dass das Erdgeschoss eher zu einem kunstvollen und wohl gestalteten Geschoss wurde. Im Jahre 1747 verstarb Stanisław Lanckoroński kinderlos und hinterließ sein Anwesen seiner Witwe Anna Debińska, die später im Jahre 1752 den Armeegeneral Maciej Sołtyk heiratete. Dieser verfolgte eine erfolgreiche politische Karriere, wurde Kastellan (Kasztelan) und später Woiwode (Heerführer) (Wojewoda) der Sandomierz Region. Anna und Maciej rekonstruierten das Palastschloss und gaben ihm seine heutige Form. Diese Rekonstruktion, die nur von 1768 bis 1772 dauerte, war eine vollständige Umwandlung der Burg in ein Palastschloss und eine elegantere Residenz: das alte Eingangstor wurde in den rechteckigen nördlichen Flügel integriert, was heute die Gebäudefront und den Ballsaal des Palastschlosses bildet. Der Innenbereich der 1. Etage des Palastes (Wohnbereich, Speisesaal, Bibliothek) wurde in einem hellen Rokokostil und kunstvollem Wandfries neu gestaltet, und die Kapelle erhielt neue Wandgemälde, die die Verklärung Christi und die Schutzheiligen der Eigentümer darstellen. Es ist anzunehmen, dass die beiden Pavillons des Anwesens ebenfalls zu dieser Zeit gebaut wurden. Die Gebäudefront ist eine feierliche Ehrung der Heirat von Anna und Maciej: Das kunstvolle Relief an der Spitze der Fassade zeigt die Verbindung der Wappen der beiden Familien, und das gemeißelte Relief an den Seiten (auch Kartusche) enthält die Initialen des Ehepaares. Im Jahre 1787 besuchte Stanisław August Poniatowski - der letzte König Polens - auf seinem Rückweg von einem Treffen mit der Zarin von Russland den Palast. Der kurze Besuch des Königs wurde mit einem großen Bankett im Ballsaal gefeiert, der mit den Portraits der letzten Sołtyk-Erben der Kurozwęki dekoriert war. Sein Besuch wurde von einem seiner beliebten Künstler festgehalten, dem Poeten und Historiker Adam Naruszewicz, der einen großen Ball und eine lange Nacht des Tanzes beschrieb mit feierlichen Kanonensalven zu Ehren des zurückgekehrten Königs und einem 'prachtvollen Ballsaal, dessen Wände stellenweise mit dezenten Landschaftsgemälden dekoriert waren'. Die dritte Ehefrau von Maciej Sołtyk, Cunegonde (geb. Koszowska), hinterließ Kurozwęki ihrem Schwager Tomasz Sołtyk dem Kastellan von Zawichost. Als sich im Jahre 1811 Tomasz' Sohn, Antony Sołtyk, dazu entschieden hatte, sich in Kurozwęki niederzulassen, fand er ein verfallenes Palastschloss vor und ein Anwesen, das verarmt war durch die nachkommenden Generationen und durch die Kriege, die den Teilungen Polens in den Jahren 1772, 1793 und 1795 folgten. Zwischen 1794 und 1815 lebten die Einwohner Kurozwękis in unterschiedlichen Ländern: 1795 wurden sie ein Teil Österreichs, um dann später durch Napoleons Sieg über Österreich in das Herzogtum von Warschau eingemeindet zu werden. Napoleon und seine polnischen Alliierten wurden dann selbst niedergeschlagen und das Herzogtum wurde 1815 dem russischen Zar übergeben, was Kurozwęki Teil des von Russland kontrollierten Königreichs Polen machte. Jede darauf folgende Übergangssituation brachte Armeen mit sich, die Unterbringung und Nahrung in Beschlag nahmen. Jeder Machtwechsel minderte die Bedeutung der alten Adelsfamilie, deren Macht von den Traditionen und Gebräuchen der alten polnisch-litauischen Gemeinschaft abhängig war. Letztendlich erholte sich die örtliche Landwirtschaft und somit auch das Vermögen der Sołtyk Familie, die immer mehr an der Modernisierung und Führung des Anwesens beteiligt war. Um den Jahrhundertwechsel entschieden sich die künstlerisch begabte Anastazja Sołtyk und ihr Ehemann dazu, die Schlossgärten nach Vorbildern der Romantik neu zu gestalten und stellten einen tschechischen Landschaftskünstler, Jan Zulauf, ein, der die Arbeiten leiten sollte. Zulauf schien recht erfolgreich gewesen zu sein: bis 1820 war er bei der mächtigen Lubormirski Familie beschäftigt und Besucher von Kurozwęki berichteten voller Bewunderung von dem unaufdringlichen und dezenten Charme seines Englischen Gartens. Emilia, die Tochter von Antony Tomasz und Anastazja, heiratete 1833 Pawel Popiel und brachte Kurozwęki als Teil ihrer Mitgift mit. Nachdem Pawels Familienresidenz in Ruszcza, nahe Krakau, durch ein Feuer zerstört worden war, zog das junge Paar im Jahre 1840 nach Kurozwęki. Bis zum Jahr 1840 hatte der 33-jährige Besitzer des Palastschlosses bereits einen Namen von sich gemacht: Er machte seinen Juraabschluss in Paris und kämpfte in dem Novemberaufstand von 1830-1831 gegen die russische Besatzung. Während er in Krakau als Essayist, Editor und politischer Anführer wohlbekannt war, erinnert man sich in Kurozwęki hauptsächlich an ihn als die Person, die den Ballsaal in zwei kleinere Säle aufteilte und erklärte, dass es in einem besetzten Polen unangebracht wäre, große Festlichkeiten zu organisieren. Heute ist Polen frei und der Ballsaal wurde in seine Originalgröße restauriert. Gegen Ende seines Lebens übergab Pawel - der nun ein lokal-konservativer Politiker war - die Leitung und den Besitz von Kurozwęki an seinen ältesten Sohn Marcin. Die Popiel Familie war immer mehr damit beschäftigt Gewinne aus dem Ackerland, den Fischteichen und Wäldern zu erzielen. Dies war ein langfristiges Ziel und wurde von seinem Sohn Pawel und Enkel Marcin fortgeführt. Marcin, ein ausgebildeter Agraringenieur, entschied sich im Jahre 1937 völlig überraschend dazu, einem Priesterseminar beizutreten und hinterließ das Anwesen seinem jüngeren Bruder Stanisław und seiner neuen Braut Irena. Stanisław, ein Infanterie Offizier, wurde 1940 ein Kriegsgefangener. Währenddessen unternahmen Irena und Marcin (vom Priesterseminar zurück) alles ihnen mögliche, die zahllosen Menschen mit Nahrung und Kleidung zu versorgen, die Obdach im Kellergeschoss der Burg suchten. Das Gebiet war im Sommer 1944 Zeuge heftiger Kämpfe, als die sowjetischen Truppen die Wehrmacht zurückschlugen. Zu anderen Zeiten diente das Palastschloss als Baracken, Unterbringung und Operationsbasis für die Armeen beider Seiten. Vor dem Einzug der sowjetischen Armee, flohen Irena, ihre zwei jungen Söhne und ihre Schwiegermutter 1944, weil Landadel in der neuen sozialistischen Ordnung nicht gut behandelt wurde. Die Popiels kehrten erst im Jahre 1991 nach Kurozwęki zurück. In ihrer Blütezeit war Kurozwęki eine kleine Stadt von einiger Bedeutung. Sie wurde im Jahre 1246 erstmals als ein Dorf erwähnt, das im Besitz des Herzogtums von Krakau war. Zu dieser Zeit erscheint ein gewisser Graf von Kurozwansch zum ersten Mal in einem Dokument, das von Bolesław dem Keuschen, Herzog von Sandomierz (Sandomir) und Krakau ausgestellt wurde. Zu der Zeit gehörte das Dorf zu dem Lehngut der Familie Poraj, die von Böhmen stammte und später mit St. Wojciech (auch bekannt als St. Adalbert) - dem zukünftigen Märtyrer und heiliger Schutzpatron Polens - nach Polen kam. Aufgrund ihrer loyalen Unterstützung des Königs Wladyslaw Ellenlang und seiner Nachfolger Casimir der Große und Louis I, wuchs die Bedeutung der Kurozwęki-Seite der Familie Poraj stetig an. Auf der Höhe ihres Einflusses in den 1380igern wurde Dobiesław von Kurozwęki Kanzler von Krakau (Kraków), während sein Sohn Zawiska - Bischof von Krakau und Kanzler von Polen - ein Triumvirat führte, das das Königreich regierte. Währenddessen beschäftigte sich Louis I (ebenfalls König von Ungarn und Kroatien) damit, seine anderen Besitztümer zu regieren. Auch wenn Zawisza von Kurozwęki für seinen verschwenderischen Lebenswandel wohl bekannt war, verdient er es dennoch, sich auch an ihn als Gründer der Kapelle der Heiligen Maria zu erinnern, die bis heute Teil von Wawel ist, Krakaus königlichem Schloss. Der wachsende Einfluss und Wohlstand der Kurozwęki-Poraj Familie (mehr und mehr bekannt als Kurozwęcki Familie) erlaubte den folgenden Generationen ihre Besitztümer zu erweitern und zu festigen. In dieser Periode (2. Hälfte des 14. Jahrhunderts) wurde ein ovales Kastell oder Festung aus Stein gebaut. Wahrscheinlich diente diese Festung dazu, um ein kleineres Fort aus Holzgebäuden zu ersetzen, das sich auf einem zur der Zeit kleinen Hügel befand und die ausgedehnte Weite des Sumpflandes im Becken des Czarna-Flusses überblickte, und so der Festung eine gute Verteidigungsposition bot. Möglicherweise wurde die Festung durch die Burgtore an der Südseite betreten, über denen ein quadratischer Turm mit 4 Etagen ragte, der Quartiere bot, einen Beobachtungsposten und einen Getreidespeicher. Dann kam man in den mit Steinplatten gepflasterten Burghof, der von einigen Holzgebäuden umringt war. Beschrieben als "Castrum Curozwank"(Kastell Kuroszwank), wurde die Festung selbst im 14. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. Die Konstruktion der Steinfestung ist wohl Dobiesław von Kurozweki zu verdanken (um 1397 auch bekannt als Dobiesław von Chodów), und/oder seinem Sohn, ebenfalls Dobiesław, dem ersten Poraj mit dem Titel 'von Kurozwanky' . Im Laufe des 15. Jahrhunderts unterzog sich die Festung zahlreichen Neuentwicklungen, die dazu gedacht waren die mittelalterliche Verteidigungsstruktur in eine komfortable Residenz umzuwandeln, um so den Einfluss und Wohlstand der Familie zu reflektieren. Die Holzgebäude im Burghof wurden nach und nach neu gebaut und durch geräumige Stein- und Backstein Quartiere ersetzt, wobei die Integrität der Verteidigungswälle der Festung aufrechterhalten wurde. Diese massiven gewölbten Wälle des 14. Jahrhunderts wurden nie vollständig zerstört und sind noch heute in Teilen des Palastschlosses als Fundament späterer Konstruktionen sichtbar. Die Letzten des Familienzweiges der Kurozwęcki - Mikołaj Lubelczyk und sein Sohn Hieronim - beendeten schließlich den Umbau der Holzbauten in Steinbauten. Nach seinem Tod um 1520 heiratete eine der Töchter Hieronims einen ortsansässigen Adligen, Jan Lanckoroński, und brachte Kurozwęki als Mitgift in die Ehe. Fortan war Kurozwęki die Heimat der Familie Lanckoroński. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts blieb die Festung unverändert, dann wurde ein Teil des nordwestlichen Verteidigungswalles zerstört und wurde durch ein 3-Etagen Eckgebäude ersetzt, so dass die Familie in einem komfortablen und eleganten Wohnflügel leben konnte. In dieser Ära wurde auch ein rechteckiges Torhaus an der Südseite der damaligen Festung gebaut (wo sich heute die Gebäudefront befindet). In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts konvertierte Krzysztof Lanckońcki zum Calvinismus und ordnete an, die protestantische Botschaft in die örtliche Bevölkerung zu verbreiten. Er vertrieb die Ordensgemeinschaft der Augustinermönche (1487 nach Kurozwęki gebracht) und entzog der Kirche ihre Ornamente. Er wurde ein Kirchenältester der Calvinisten Kirche und ein Verfechter der religiösen Freiheit in der polnisch-litauischen Gemeinschaft. Krzysztofs Sohn, Zbigniew, konvertierte zurück zum Katholizismus und versuchte die Aktionen seines Vaters rückgängig zu machen. Er bat die Augustinermönche nach Kurozwęki zurückzukommen, ließ die örtliche Kirche erneut weihen und verlagerte die Palastkapelle an ihre gegenwärtige Stelle in den östlichen Flügel des Palastschlosses. Im 17. Jahrhundert wurde das Palastschloss erneut rekonstruiert, wobei die Ansammlung der unterschiedlichen Gebäude in den West- und Ostflügeln verschmolzen wurden und um den heutigen Burghof herum zu sehen sind. Die zweigeschossigen Kreuzgangbögen, die die südlichen, westlichen und nördlichen Seiten des nun Schlosshofes einfassen, wurden gegen Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut. Ebenfalls zu dieser Zeit wurde die Ebene des Erdgeschosses um ungefähr 1,5 Meter angehoben, weil das Grundwasser anstiegen war. Daraus folgte, dass das Erdgeschoss eher zu einem kunstvollen und wohl gestalteten Geschoss wurde. Im Jahre 1747 verstarb Stanisław Lanckoroński kinderlos und hinterließ sein Anwesen seiner Witwe Anna Debińska, die später im Jahre 1752 den Armeegeneral Maciej Sołtyk heiratete. Dieser verfolgte eine erfolgreiche politische Karriere, wurde Kastellan (Kasztelan) und später Woiwode (Heerführer) (Wojewoda) der Sandomierz Region. Anna und Maciej rekonstruierten das Palastschloss und gaben ihm seine heutige Form. Diese Rekonstruktion, die nur von 1768 bis 1772 dauerte, war eine vollständige Umwandlung der Burg in ein Palastschloss und eine elegantere Residenz: das alte Eingangstor wurde in den rechteckigen nördlichen Flügel integriert, was heute die Gebäudefront und den Ballsaal des Palastschlosses bildet. Der Innenbereich der 1. Etage des Palastes (Wohnbereich, Speisesaal, Bibliothek) wurde in einem hellen Rokokostil und kunstvollem Wandfries neu gestaltet, und die Kapelle erhielt neue Wandgemälde, die die Verklärung Christi und die Schutzheiligen der Eigentümer darstellen. Es ist anzunehmen, dass die beiden Pavillons des Anwesens ebenfalls zu dieser Zeit gebaut wurden. Die Gebäudefront ist eine feierliche Ehrung der Heirat von Anna und Maciej: Das kunstvolle Relief an der Spitze der Fassade zeigt die Verbindung der Wappen der beiden Familien, und das gemeißelte Relief an den Seiten (auch Kartusche) enthält die Initialen des Ehepaares. Im Jahre 1787 besuchte Stanisław August Poniatowski - der letzte König Polens - auf seinem Rückweg von einem Treffen mit der Zarin von Russland den Palast. Der kurze Besuch des Königs wurde mit einem großen Bankett im Ballsaal gefeiert, der mit den Portraits der letzten Sołtyk-Erben der Kurozwęki dekoriert war. Sein Besuch wurde von einem seiner beliebten Künstler festgehalten, dem Poeten und Historiker Adam Naruszewicz, der einen großen Ball und eine lange Nacht des Tanzes beschrieb mit feierlichen Kanonensalven zu Ehren des zurückgekehrten Königs und einem 'prachtvollen Ballsaal, dessen Wände stellenweise mit dezenten Landschaftsgemälden dekoriert waren'. Die dritte Ehefrau von Maciej Sołtyk, Cunegonde (geb. Koszowska), hinterließ Kurozwęki ihrem Schwager Tomasz Sołtyk dem Kastellan von Zawichost. Als sich im Jahre 1811 Tomasz' Sohn, Antony Sołtyk, dazu entschieden hatte, sich in Kurozwęki niederzulassen, fand er ein verfallenes Palastschloss vor und ein Anwesen, das verarmt war durch die nachkommenden Generationen und durch die Kriege, die den Teilungen Polens in den Jahren 1772, 1793 und 1795 folgten. Zwischen 1794 und 1815 lebten die Einwohner Kurozwękis in unterschiedlichen Ländern: 1795 wurden sie ein Teil Österreichs, um dann später durch Napoleons Sieg über Österreich in das Herzogtum von Warschau eingemeindet zu werden. Napoleon und seine polnischen Alliierten wurden dann selbst niedergeschlagen und das Herzogtum wurde 1815 dem russischen Zar übergeben, was Kurozwęki Teil des von Russland kontrollierten Königreichs Polen machte. Jede darauf folgende Übergangssituation brachte Armeen mit sich, die Unterbringung und Nahrung in Beschlag nahmen. Jeder Machtwechsel minderte die Bedeutung der alten Adelsfamilie, deren Macht von den Traditionen und Gebräuchen der alten polnisch-litauischen Gemeinschaft abhängig war. Letztendlich erholte sich die örtliche Landwirtschaft und somit auch das Vermögen der Sołtyk Familie, die immer mehr an der Modernisierung und Führung des Anwesens beteiligt war. Um den Jahrhundertwechsel entschieden sich die künstlerisch begabte Anastazja Sołtyk und ihr Ehemann dazu, die Schlossgärten nach Vorbildern der Romantik neu zu gestalten und stellten einen tschechischen Landschaftskünstler, Jan Zulauf, ein, der die Arbeiten leiten sollte. Zulauf schien recht erfolgreich gewesen zu sein: bis 1820 war er bei der mächtigen Lubormirski Familie beschäftigt und Besucher von Kurozwęki berichteten voller Bewunderung von dem unaufdringlichen und dezenten Charme seines Englischen Gartens. Emilia, die Tochter von Antony Tomasz und Anastazja, heiratete 1833 Pawel Popiel und brachte Kurozwęki als Teil ihrer Mitgift mit. Nachdem Pawels Familienresidenz in Ruszcza, nahe Krakau, durch ein Feuer zerstört worden war, zog das junge Paar im Jahre 1840 nach Kurozwęki. Bis zum Jahr 1840 hatte der 33-jährige Besitzer des Palastschlosses bereits einen Namen von sich gemacht: Er machte seinen Juraabschluss in Paris und kämpfte in dem Novemberaufstand von 1830-1831 gegen die russische Besatzung. Während er in Krakau als Essayist, Editor und politischer Anführer wohlbekannt war, erinnert man sich in Kurozwęki hauptsächlich an ihn als die Person, die den Ballsaal in zwei kleinere Säle aufteilte und erklärte, dass es in einem besetzten Polen unangebracht wäre, große Festlichkeiten zu organisieren. Heute ist Polen frei und der Ballsaal wurde in seine Originalgröße restauriert. Gegen Ende seines Lebens übergab Pawel - der nun ein lokal-konservativer Politiker war - die Leitung und den Besitz von Kurozwęki an seinen ältesten Sohn Marcin. Die Popiel Familie war immer mehr damit beschäftigt Gewinne aus dem Ackerland, den Fischteichen und Wäldern zu erzielen. Dies war ein langfristiges Ziel und wurde von seinem Sohn Pawel und Enkel Marcin fortgeführt. Marcin, ein ausgebildeter Agraringenieur, entschied sich im Jahre 1937 völlig überraschend dazu, einem Priesterseminar beizutreten und hinterließ das Anwesen seinem jüngeren Bruder Stanisław und seiner neuen Braut Irena. Stanisław, ein Infanterie Offizier, wurde 1940 ein Kriegsgefangener. Währenddessen unternahmen Irena und Marcin (vom Priesterseminar zurück) alles ihnen mögliche, die zahllosen Menschen mit Nahrung und Kleidung zu versorgen, die Obdach im Kellergeschoss der Burg suchten. Das Gebiet war im Sommer 1944 Zeuge heftiger Kämpfe, als die sowjetischen Truppen die Wehrmacht zurückschlugen. Zu anderen Zeiten diente das Palastschloss als Baracken, Unterbringung und Operationsbasis für die Armeen beider Seiten. Vor dem Einzug der sowjetischen Armee, flohen Irena, ihre zwei jungen Söhne und ihre Schwiegermutter 1944, weil Landadel in der neuen sozialistischen Ordnung nicht gut behandelt wurde. Die Popiels kehrten erst im Jahre 1991 nach Kurozwęki zurück.

 
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